Wie ich bei Kindern gelernt habe, Bilder anders zu sehen
- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit

Eine Vision beginnt oft ganz leise. Ohne das wir es merken. Manchmal mit einer Frage.
Sicherlich kennst du das Gefühl. Dir passieren eigenartige Dinge, die du einfach nicht erklären kannst. Du fühlst dich manchmal wie fremdgesteuert. Wie ein Auto auf der Carrera-Bahn ziehst du deine Runden. Du fliegst aus der Kurve. Und irgendetwas setzt dich immer wieder auf die Spur.
Vor ein paar Jahren fing ich an mich immer mehr selbst zu reflektieren. Ich fing an meine Lebensbereiche zu betrachten und stellte mir einige wichtige Fragen.
Was ist meine Bestimmung?
Wer will ich in der Zukunft sein?
Was ist meine Lebensvision?
Ich schrieb alles auf und versuchte meine Gedanken zu ordnen. In einem digitalen Board hielt ich meine Ziele fest. Groß sollten sie sein. So wie ich es immer wieder in Büchern gelesen habe. Da stand er nun dieser eine Satz.
Ich möchte der beste Kinderfotograf sein.
Aus meiner damaligen Perspektive wusste ich nichts Besseres aufzuschreiben. Aber warum dieser Satz? Ich fing an meine Ziele zu ordnen. Da lagen sie. Die vielen Einzelteile der Autorennbahn. Das fertige Ergebnis war überhaupt nicht zu erkennen. Größere zusammengesetzte Teilabschnitte schon.
Seit einem Jahr versuche ich das Thema Memotion in die Welt zu tragen. Immer wieder frustriert darüber, was in den sozialen Medien Aufmerksamkeit bekommt. Ich habe eine für meine Verhältnisse große Reichweite. Aber kaum Likes. Kaum Kommentare. Bis heute. Der Gedanke aufzuhören tritt immer wieder auf. Und doch ist da das Unbekannte, was mich wieder in die Bahn lenkt. Meine Vision am Leben hält.
In den letzten Wochen fiel mir plötzlich auf, es geht nicht ausschließlich um Kinderfotografie. Sie ist eines der Fahrzeuge auf der Carerrabahn und die Startlinie für meine Erkenntnisse der letzten Jahre. Der Zugang zum Erwachsensein und zu einem Thema, welches uns alle täglich umgibt. Bilder und deren Wirkung. Für mich die Grundlage zum Schaffen eines Systems. Endlich wieder Herr der Massen an Bildern zu werden, die überall auf Festplatten, Kartons, Alben und auf dem Handy verstreut sind. Und es werden täglich mehr.
Die Frage die sich mir nun stellte. Wie erreiche ich die Menschen. Wie kann ich sie zum Spielen mit der Carrerabahn begeistern. Dabei kannte ich die Antwort unterbewusst schon lange. Ich habe sie gelebt, aber konnte es nicht erkennen. Kinderfotografie.
Wenn Eltern erkennen, wie Fotografie und der Umgang mit Bildern ihre Kinder verändert, dann erkennen sie es vielleicht auch für sich selbst. Wenn ich mit Menschen spreche stimmen sie mir zu. Stimmt, darum müsste ich mich mal kümmern, höre ich immer wieder. Kinder zum Spielen mit der Carerrabahn zu begeistern ist einfach. Erwachsene dazu zu animieren ist schon etwas herausfordernder.
Eine Frage hat sich im Laufe der Zeit für mich selbst entwickelt. Wenn ich alt bin, was mache ich mit all diesen Erinnerungen. Wir heben auf für später, aber mit welchem Sinn?
Wenn Kinder das bereits früh lernen, dann profitieren sie im späteren Leben davon. Sie lernen die richtigen Autos zu benutzen. Die Geschwindigkeit zu dosieren, Leitplanken zu bauen und nicht aus der Kurve zu fliegen.
Ich hätte mir gewünscht, dass mir jemand zeigt, wie man Bilder im Alltag richtig nutzt. Nicht nur sammelt. Für später. Für irgendwann.
Wenn wir verstanden haben, welche Bilder im Alltag wirken und genutzt werden können, dann wissen wir auch was wir fotografieren sollten. Vieles machen wir unterbewusst richtig. Es fühlt sich gut an. Freunde, Familie und besondere Erlebnisse fotografieren wir, weil das einfach zu erkennen ist. Aber was ist mit Dingen bei denen uns das gar nicht bewusst ist.
Warum machst du dieses Bild?
Wenn ich Menschen nur eines mitgeben könnte. Es wäre diese eine Frage. Sie hat mich zum Nachdenken angeregt. Die Antworten kamen nach und nach. Sie formten meine Vision. Und genau das gebe ich weiter. Bis meine Fahrzeuge den Geist aufgeben. Es ist meine Bestimmung. Das Unbekannte, was mich immer wieder auf die Spur der Bahn setzt.
Und wie wird man nun der beste Kinderfotograf?
Der der die schönsten Fotos macht?
Oder der der verstanden hat das emotionale Tiefe von Bildern viel bedeutender als Ästhetik ist?
Kindern dabei zu helfen, Bilder im späteren Leben richtig zu nutzen. Das ist Veränderung. Das ist Sinn. Das ist der Kern von Memotion. Das ist meine Vision. Und ich fange bei den Kleinsten an. Erwachsene möchte ich einladen, sich auf das Spiel einzulassen. Meine Rennstrecke ist bereits gebaut. Es wird Zeit damit zu spielen und die Carrerabahn noch größer werden zu lassen.




Kommentare